08
Jan
Staatliche vs. wirtschaftliche Suchmaschinen
Was beim Deutsch-Französischen Kultur-Fernsehsender Arte hervorragend zu funktionieren scheint, klappt leider beim Franco-Germanischen Suchmaschinen-Projekt Quaero überhaupt nicht: Eine produktive Zusammenarbeit.
Schon seit knapp zwei Jahren scheint das Projekt Quaero für den Beobachter der Suchmaschinen-Szene stillzustehen. Bereits im April 2005 wurde der Grundstein für das grenzüberschreitende Vorhaben gelegt, und seither zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen staatlichen Vorhaben wie Quaero und den Projekten aus der freien Wirtschaft: Während bspw. Google in den letzten zwei Jahren nicht nur mit der Innovationsgeschwindigkeit im Internet Schritt hielt, sondern mit zahlreichen eigenen Produkten und neuen Angeboten selbst zum Taktgeber der Entwicklung wurde, wird man sich nach 20 Monaten Projektzeit bei Quaero gerade mal darüber klar, was man eigentlich für Zielvorstellungen hat. Und da diese unterschiedlich sind, gehen die beiden Länder nun getrennte Wege: In Frankreich begeht man den konventionellen Pfad eine Suchmaschine zu bauen die der US-Herrschaft (Google, Yahoo, MSN) Paroli bieten soll (mit Exalead?), und in Deutschland hat man sich unter dem Arbeitstitel Thesus entschieden mit einer semantischen Suchmaschine die Zukunft selbst zu erfinden. Beide Ziele haben ihre Berechtigung und sind sicherlich sinnvolle Investitionen in den Technologiestandort Europa. Bleibt nur zu hoffen, dass die Projekte nicht in der Bürokratie versinken und man sich aus den USA ein wenig Pragmatismus wie Trial-and-Error und Just-Do-It-Mentalität importiert und diese mit den europäischen Tugenden fusioniert.
>> Weitere Informationen bei Heise.
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